In diesen Tagen vor Ostern

möchte ich Paula Ludwig zu Wort kommen lassen, deren Psalm mich schon eine geraume Weile begleitet und mir gerade wieder in den Sinn gekommen ist.

 

Psalm

 

Wir Menschen, wir.

Dass unsere Hände doch behutsamer ineinandergreifen,

sich zum Troste!

Aber der Tag ist laut von den schreienden Stimmen.

 

Ich möchte meine Straße gehen

und alle grüßen, die mir begegnen,

aber bei keinem länger verweilen.

 

Ich habe noch niemals nachgedacht,

was die Priester lehren,

aber ich fühle an diesem Abend

noch viele verlassene Dinge bereitstehen für mich.

 

Dann wird mein Herz nicht mehr zucken

Über den Gruß eines Freundes, der mich lieb hat,

aber nicht am liebsten.

 

Wir Menschen,

dass wir doch erkennen würden,

wie alles eines gilt:

Ob ich dich liebe oder jenes oder alle zugleich,

denn ein Zeitfüllendes ist die Liebe,

um nicht immer den Tod denken zu müssen,

den wir nicht begreifen.

 

Paula Ludwig (1900 – 1973)