AufBruch

Und weiter geht die Reise. Wer einmal aufgebrochen ist, wächst so schnell nicht mehr zu. Das Unterwegssein wird zur Gewohnheit, zur liebgewonnenen. Jeglicher Stillstand wird als Schmerz empfunden, als sei das Blut selbst ins Stocken geraten, der Fluss verkrustet und nur noch Erinnerung in rissigem Lehm.

  

Und wahrhaftig findet sich jegliche Erfahrung auf dem Wege, im Reisen, in Begegnungen, die nur vordergründig flüchtig sind, tatsächlich aber nicht gebunden an Zeit und Raum in ihrer Tiefe und Innigkeit. Es gilt zu lernen, dass die Dimensionen von Austausch, Zuneigung, Liebe, sich in der Intensität des Augenblicks eröffnen, nicht in der Dauer des Beisammenseins. Dass alles gesagt, gefühlt, verstanden werden kann im Bruchteil einer Sekunde, in einem Blick, einem Wort, einem Seufzer, einer Schwingung, einem Schweigen. Das ist die Erfahrung, die niemals mehr ganz vergessen werden kann, auch wenn sie zuweilen verblasst: dass Liebe sich im Lieben erschöpft, dass sie räumliche und zeitliche Entfernung durchdringt, wie das Licht, gleichzeitig Welle und Korpuskel, Schwingung und Materie, Klang und Farbe.